Berlin in den Augen schwedischer Schüler und Schülerinnen

 Berlin, die Hauptstadt Deutschlands mit einer Bevölkerung von 3.4 Millionen hat eine lange und interessante Geschichte. Und im Hinblick auf die kurze Distanz zwischen Schweden und Deutschland sollte die Stadt den Schweden wenigstens ein bisschen bekannt sein, aber wie sieht eigentlich das Bild von Berlin für sie aus? Was wissen die Leute von der zweitgrößten Stadt Europas? Gewinnen die Vorurteile über die Sachlage?

 

 In einer Umfrage wurden ca. 100 Schüler und Schülerinnen in dem Alter 16-18 gefragt, woran sie denken, wenn sie den Namen Berlin hören. Sie wurden auch gefragt, ob sie Berlin schon besucht hatten, und ob sie die Stadt besuchen wollten (noch einmal oder zum ersten Mal).

 

Die Antworten unterschieden sich, je nachdem ob die Schüler und Schülerinnen schon in der Stadt gewesen waren. Das generelle Bild der Schüler, die noch nie in Berlin gewesen waren, war eine graue, arme Stadt ohne Sehenswürdigkeiten.

- Das Erste woran man denkt ist, dass Berlin eine deutsche Stadt ist. Danach denkt man an Deutschland, und mit Deutschland assoziiert man Krieg, sagt Joel Wahlberg. Er hat selbst nie Berlin besucht, und meint, dass die Stadt von sehr grau scheint. Zusammen mit Nils Hjelm sitzt er an einem Tisch an der Katedralschule in Uppsala und sieht sich einen Stadtplan von Berlin an. Nils, der schon dreimal in der Stadt gewesen ist, hat ein anderes Bild:

- Es ist eine Stadt mit einer sehr interessanten Geschichte. Während 800 Jahren ist viel hier geschehen, aber leider überschatten die tragischen Vorfälle des letzten Jahrhunderts alles andere.

 

Während der 20er Jahre blühte Berlin. Deutschland erklärte sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zur Republik, der sogenannten Weimarer Republik, und Berlin wuchs zu seiner derzeitigen Größe. Die Stadt wurde eine intensive Feststadt mit unzähligen Clubs und Diskotheken, und war auch für seine Homosexuellen-freundliche Atmosphäre bekannt.

Das Ganze veränderte sich mit dem Zweiten Weltkrieg. Berlin war nach dem Kriegsende komplett  zerstört und wurde später in zwei Teile geteilt, Ost- und Westberlin. Als viele Ostberliner nach Westberlin emigrierten, beschloss die damalige Sowjetunion eine Mauer zu bauen, um ihre Einwohner zu behalten.

 

Aber nach dem Fall der Mauer im November 1989 entstand wieder ein neues Berlin. Die Menschen und Kulturen auf beiden Seiten der Mauer mischten sich jetzt miteinander und das Resultat ist das Berlin von heute, bekannt für seine kulturelle und ethnische Vielfalt. Die Stadt lockt immer mehr junge Menschen an, und hat seinen festen Platz als ein Zentrum für Kunst und Kultur gewonnen.

- Diese Seite Berlins muss mehr ins Licht gerückt werden, sagt Nils Hjelm. Heutzutage ist es eine sehr liberale Stadt mit Menschen aus allen Ecken der Welt und alle sexuelle Richtungen sind hier akzeptiert. Früher war Berlin ein Sinnbild für Fremdenhass. Nun hat sich viel verändert und Berlin ist heutzutage eine der vielfältigsten Städte der Welt.

Und trotz des negativen Bildes, das viele Schüler und Schülerinnen von Berlin hatten, war jedoch eine große Mehrheit (74 Prozent der Befragten) positiv dazu eingestellt, die Stadt zu besuchen.

Jacob Lundqvist, Johan Markström und Wille Häger