Wirtschaftsinformationen zu Schweden
Stand: März 2012
Die schwedische Volkswirtschaft ist stark exportorientiert und geprägt durch einige große, global ausgerichtete Unternehmen wie Ericsson, Volvo, Saab, ABB, Electrolux, IKEA, SKF oder AstraZeneca. Das Spektrum international leistungsfähiger Branchen reicht von der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der verarbeitenden Industrie (Fahrzeuge, Elektrotechnik, Pharma, Wehrtechnik) bis hin zur Informationstechnologie, Biotechnik und regenerativen Energien. Wichtigste Handelspartner Schwedens sind Deutschland, die nordischen Länder und die USA.
Strukturelle Stärken der schwedischen Volkswirtschaft sind eine hohe Erwerbsbeteiligung (Frauen) und Ausbildung der Bevölkerung und eine hohe Investitionsbereitschaft in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie die moderate Besteuerung von Unternehmen. Ihre Schwächen: eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit in Folge einer hohen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner und Jugendarbeitslosigkeit, sowie ein recht hohes Preisniveau durch die Marktmacht weniger großer Firmen (Bau, Lebensmittel) und staatlicher Monopole (Alkohol).
Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen Wohlfahrtsstaates ("Volksheim") in den 1990er Jahren löste eine von Sozialdemokraten und Bürgerlichen im Konsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zu einer deutlichen Stabilisierung der öffentlichen Haushalte führte. Bis 2008 schlossen die öffentlichen Haushalte regelmäßig im Plus ab. Nach geringen Defiziten während der Wirtschafts- und Finanzkrise konnte 2011 wieder ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden.
Prognosen von Anfang 2012 für das Wirtschaftswachstum in Schweden im ersten Halbjahr 2012 sehen düster aus. Wie Zahlen des Statistikamtes zeigen, zog das Bruttonationaleinkommen im letzten Quartal 2011 weniger an als erwartet. Insgesamt konnte 2011 ein Zuwachs von 3,9 Prozent verzeichnet werden, im vierten Quartal machte das Wachstum lediglich 1,1 Prozent aus. Ein deutlicher Unterschied zwischen Gesamtjahr und viertem Quartal konnte im Export festgestellt werden: Insgesamt waren die Ausfuhren um 6,8 Prozent gewachsen, im letzten Viertel des Jahres nur um 0,6 Prozent.
Obwohl Schweden zu den wenigen Ländern gehört, die die Kriterien der Euro-Zone erfüllen, ist die Einführung des Euro in der nächsten Zeit nicht geplant. Die von der schwedischen Zentralbank gesteuerte Krone hat seit 2010, bedingt durch die Probleme im Euroraum, an Wert gewonnen.
Indikatoren 2011
- Wachstum (BIP, real): plus 3,9 Prozent (Prognose Reichsbank für 2012: plus 1,3 Prozent)
- Arbeitslosenquote: 7,5 Prozent (2011)
- Inflationsrate: 1,4 Prozent (Dezember 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
- Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: 2011 erneut deutlicher Handelsbilanzüberschuss
- Öffentlicher Saldo in Prozent des BIP ("3-Prozent-Defizit-Kriterium" der Euro-Zone): minus 0,6 Prozent
- Staatsschuld in Prozent des BIP ("60-Prozent-Kriterium" der Euro-Zone): 33,7 Prozent, langfristig sinkend durch Haushaltsüberschüsse und Privatisierungen.